Bekannter Firmenname, vollständiges Impressum und ein gutes Angebot: Beim Brennstoffkauf im Internet wirkt das schnell vertrauenswürdig. Doch auch Daten echter Händler können kopiert sein. Mit vier gezielten Prüfpunkten können Sie feststellen, ob das Angebot tatsächlich seriös ist und vom genannten Unternehmen stammt.
Mit dem Start der Heizsaison wird die nächste Brennstoffbestellung für viele Haushalte dringend. Wer aktuell Preise für Heizöl oder Pellets vergleicht, möchte die Versorgung sichern und die Kosten im Blick behalten. Genau diese Situation nutzen betrügerische Online-Shops aus.
Dass die Gefahr hochaktuell ist, zeigen zwei Polizeiwarnungen aus September 2026: Das Polizeipräsidium Trier berichtete am 24. September über Heizöl-Fake-Shops, die echte Unternehmensdaten für ihr Impressum verwenden. Einen Tag später warnte die Polizei Aurich/Wittmund vor betrügerischen Angeboten für Brennholz und Pellets, darunter kopierte Händlerseiten. Dort waren innerhalb der vergangenen Tage Schäden von mehreren Hundert bis mehreren Tausend Euro angezeigt worden.
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Echte Firma, gefälschte Website: Warum das Impressum allein nicht ausreicht
Ein Impressum gehört zur Prüfung eines Online-Shops. Seine Angaben sind aber kein Beleg dafür, dass der Shop tatsächlich vom dort genannten Unternehmen betrieben wird. Nach Angaben der Polizei Trier übernehmen Täter unter anderem echte Adressen, Handelsregistereinträge und auch Steuernummern fremder Unternehmen um seriös zu wirken. So entsteht ein glaubwürdiger Auftritt unter einer falschen Identität.
Quelle: Polizei Trier: Missbrauch echter Firmendaten
Eine wichtige Frage sollten Sie dahr vor einer Bestellung unbedingt klären: Gehört die Website, auf der Sie bestellen möchten, wirklich zu diesem Händler? Ein Registereintrag kann nur die Existenz eines Unternehmens bestätigen, aber die Verbindung zu einer bestimmten Shopadresse müssen Sie zusätzlich überprüfen.
Diese vier Prüfpunkte sollten Sie vor Ihrer Bestellung durchgehen
1. Prüfen Sie die genaue Shopadresse. Sehen Sie sich die vollständige Internetadresse an. Zusätzliche Wörter, abweichende Schreibweisen oder eine andere Domainendung verdienen Aufmerksamkeit, wenn der Shop unter dem Namen eines bekannten Händlers auftritt.
Geben Sie die konkrete Shopadresse in den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen ein. Eine grüne Ampel bedeutet laut Verbraucherzentrale, dass der Shop bisher nicht negativ aufgefallen ist. Aber auch dann sollten Sie auf die Zahlungsbedingungen achten. Gelb verlangt zusätzliche Prüfung und bei Rot sollten Sie sich nach einem anderen Anbieter umsehen.
2. Suchen Sie den Händler über eine unabhängige Quelle. Verwenden Sie für die Gegenprüfung einen zweiten Zugang. Wenn das Angebot mit dem RAL-Gütezeichen Energiehandel wirbt, öffnen Sie die offizielle Mitgliedersuche und suchen Sie dort nach dem Unternehmen.
Vergleichen Sie die hier verfügbaren Kontaktdaten und die verlinkte Website mit dem Shop. Eine Abweichung kann einen harmlosen Grund haben, sollte vor einer Zahlung aber bestätigt werden. Nutzen Sie dafür die unabhängig gefundenen Kontaktdaten. Ein Anruf bei der Nummer aus dem verdächtigen Shop allein löst das Problem nicht.
3. Lassen Sie sich das konkrete Angebot bestätigen. Fragen Sie den Händler über den unabhängig ermittelten Kontakt, ob die Website und das Angebot tatsächlich von ihm stammen.
Diese vier Fragen helfen beim Gespräch:
- Betreiben Sie die Website unter dieser Internetadresse?
- Stammt dieses Angebot beziehungsweise diese Auftragsnummer von Ihrem Unternehmen?
- Gehören die angegebenen Zahlungsdaten und der Zahlungsempfänger zu Ihnen?
- Welche Liefer- und Zahlungsbedingungen gelten für meine Bestellung?
4. Vergleichen Sie Preise und Zahlungsbedingungen. Vergleichen Sie Angebote für dieselbe Lieferregion und Bestellmenge. Bei Heizöl sollten Qualität, Liefertermin und sämtliche Kosten übereinstimmen. Bei Pellets kommt es außerdem darauf an, ob lose Ware oder Sackware angeboten wird und welche Qualitätsangaben gelten.
Beachten Sie bitte: Fake-Shops werben längst nicht nur mit extremen Schnäppchenpreisen. Auch marktnah wirkende Preise können Fake-Angebote sein. Prüfen Sie daher auch solche Onlineangebote nach!
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn im Bestellprozess nur noch Vorauskasse möglich ist und zugleich zu schneller Zahlung gedrängt wird. Vorkasse allein beweist keinen Betrug. Bei einem unbekannten oder nicht eindeutig verifizierten Anbieter bedeutet sie jedoch, dass Sie vor Erhalt der Ware Geld überweisen. Hier finden sie weitere Warnzeichen bei Heizöl-Fake-Shops.
Werbung und Gütezeichen richtig einordnen
Ein Angebot wird nicht dadurch vertrauenswürdig, dass Sie es über eine Anzeige gefunden haben. Der Verbraucherzentrale Bundesverband untersuchte 2025 insgesamt 653 Shopdomains, vor denen bereits gewarnt worden war. Bei der Hälfte fanden sich Werbeanzeigen auf Google oder Meta. Diese Untersuchung betrifft bereits auffällige Shops; sie beschreibt nicht den Anteil betrügerischer Anbieter im gesamten Onlinehandel.
Hier finden Sie die vzbv-Untersuchung zur Fake-Shop-Werbung
Auch ein Gütezeichen auf einer Website sollten Sie unabhängig überprüfen. Das RAL-Gütezeichen Energiehandel bezieht sich auf die geprüften Unternehmen und ihre festgelegten Qualitäts- und Prüfanforderungen. Dazu gehören unter anderem Produktgüte, Preistransparenz, betriebliche Abläufe und der Zustand von Messanlagen. Ein kopiertes Logo bestätigt weder die Mitgliedschaft noch die Echtheit des Shops. Die mit dem RAL-Gütezeichen Energiehandel zertifizierten Anbieter finden Sie über unsere Mitgliedersuche.
Für Anbieter von Pellets bietet zusätzlich die ENplus-Zertifizierung einen weiteren Prüfweg. Überprüfen Sie Zertifizierungsangaben über die offiziellen ENplus-Informationen.
Schon bezahlt und die Lieferung bleibt aus?
Eine verspätete Lieferung allein beweist noch keinen Fake-Shop. Kommen jedoch widersprüchliche Firmendaten oder andere konkrete Verdachtsmomente hinzu, sollten Sie handeln. Die Polizei Aurich/Wittmund berichtet auch von Tätern, die nach der Zahlung über WhatsApp Kontakt halten und Käufer mit angeblichen Lieferschwierigkeiten vertrösten. Freundliche Antworten sind daher kein Echtheitsbeleg.
Kontaktieren Sie bei begründetem Verdacht umgehend Ihre Bank oder Ihren Zahlungsdienst. Eine selbst veranlasste, bereits ausgeführte Überweisung lässt sich nicht einfach wie eine Lastschrift zurückbuchen. Eine Rückholung ist nicht garantiert. Bei Kreditkarten und Bezahldiensten gelten jeweils eigene Verfahren und Bedingungen.
Sichern Sie parallel die URL der Shopwebsite, Screenshots, Bestellbestätigung, Zahlungsbelege sowie E-Mails und Messenger-Nachrichten und erstatten Sie bei Betrugsverdacht Anzeige.
Prüfen Sie den Händler, bevor Sie bezahlen
Ein gutes Brennstoffangebot besteht aus mehr als einem günstigen Preis. Entscheidend sind ein seriöser Anbieter, klare Bedingungen und die bestätigte Verbindung zwischen Unternehmen und Shop. Die unabhängige Gegenprüfung ist besonders wertvoll, wenn ein Angebot bereits auf den ersten Blick überzeugend wirkt.
Nutzen Sie die Mitgliedersuche, um RAL-Mitgliedshändler in Ihrer Nähe zu finden, und bestätigen Sie ein fragliches Onlineangebot direkt über die dort ermittelten Kontaktdaten. Weitere Orientierung bieten unsere Hinweise dazu, woran Sie seriöse Brennstoffhändler erkennen.